Lesung Theodor Michael

cover-michael-dtv Theodor Michael wird 1925 als Sohn eines Kolonialmigranten und einer preußischen Mutter in Berlin geboren. Als einer der wenigen Schwarzen überlebt er im nationalsozialistischen Deutschland. Jetzt hat der afrodeutsche Schauspieler seine Biographie geschrieben. Am 24. Februar 2014 um 19 Uhr liest er aus “Deutsch sein und schwarz dazu” in der Hamburger Buchhandlung Servus in der Rambachstraße 13. Musikalisch wird der Abend von dem Soul-Sänger Marshall Titus aus Chicago begleitet. Christiane Kassama leitet die Veranstaltung im Rahmen des Black History Month Hamburg.

Nach dem Krieg füllte ein sowjetischer Unteroffizier ein Formular aus, Name, Geburtsort – und da war sie wieder, die Frage nach der Nationalität. Theodor Michael überlegte: »Was war ich eigentlich?« Die Nazis hatten ihm die deutsche Staatsangehörigkeit gegen seinen Willen aberkannt. Der Unteroffizier sah ihn fragend an. »Also gab ich ›afrikanitzki‹ an«, schreibt Michael in seiner Autobiographie »Deutsch sein und schwarz dazu«, in der er sein Leben als schwarzer Junge in der Weimarer Republik, das Überleben im Nationalsozialismus und seinen Aufstieg zum Bühnenschauspieler, Redakteur des Afrika-Bulletin und zum Regierungsdirektor beim Bundesnachrichtendienst in der Bundesrepublik schildert. Die Frage der Zugehörigkeit sollte sich ihm aber immer wieder stellen.

aus: Ein Leben in Deutschland. Anke Schwarzer | Jungle World, 12.12.2013 Besprechung “Schwarz sein und deutsch dazu” [pdf]

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