Senat und das koloniale Erbe

Deutsch-Ostafrika-Kriegerdenkmal

Deutsch-Ostafrika-Kriegerdenkmal

Immer noch ehren Denkmäler und Straßennamen deutsche Kolonialverbrecher. Hamburg sucht nun einen neuen Umgang, findet ihn bisher aber nicht. Der  Senat bereitet ein Erinnerungskonzept für die “Aufarbeitung des Kolonialen Erbes” vor. Im Juni 2013 hatte die Bürgerschaft den Senat einstimmig dazu aufgefordert. Dabei soll auch das Bau- und Denkmalensemble der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne  einbezogen werden. Wann der Bericht der Bürgerschaft endlich vorgestellt wird, sagt die Kulturbehörde nicht. Bis Ende Dezember 2013 sollte der Senatsbericht für das gesamtstädtische postkoloniale Erinnerungskonzept vorliegen. Nun ist es Mai und mehrere Fachbehörden müssen sich laut der federführenden Kulturbehörde noch abstimmen. Die Linke-Bürgerschaftsfraktion hakt nun in einer Kleinen Anfrage [pdf] an den Senat nach.
Offensichtlich ist, dass die Behörde keine der Initiativen eingeladen hat, die sich seit vielen Jahren mit verschiedenen Aspekten des kolonialen Erbes in der Stadt auseinandersetzen, wie etwa der Arbeitskreis Hamburg Postkolonial oder die Initiative “freedom roads!”. Millicent Adjei vom Arbeitskreis Hamburg Postkolonial ärgert das Top-Down-Vorgehen der Kulturbehörde, die sich zuerst mit den Fachbehörden und der Universität abspreche: “Das ist typisch. Wieder einmal werden People of Colour nicht eingeladen und der Bericht wird hinter verschlossenen Türen angefertigt.”

Bericht des Kulturausschusses der Hamburger Bürgerschaft vom 27.05.2013 und Aufforderung an den Senat: Aufarbeitung des kolonialen Erbes [pdf]

Der Arbeitskreis Hamburg Postkolonial und weitere Initiativen fordern seit vielen Jahren eine intensive Auseinandersetzung mit Hamburgs Kolonialvergangenheit.

Artikel von Anke Schwarzer auf Zeit Online vom 16. April 2014

Vorgangsablauf Hamburger Bürgerschaft
Aufarbeitung des “kolonialen Erbes” – Neustart in der Erinnerungskultur unter Einbeziehung der Partnerschaft mit Daressalam

 

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