Inverted Space

GeorgesAdéagboDer in Hamburg und Cotonou lebende Künstler Georges Adéagbo zeigt vom 11. bis zum 15. September 2014 an verschiedenen Orten Hamburgs installative Arbeiten, die sich auf Geschichten in Hamburg und Cotonou beziehen. Die Interventionen sind Erkundungen Hamburgs als kosmopolitischen Raum. Das Werk Georges Adéagbos (geb. 1942 in Cotonou, Benin) findet seit den 1990er Jahren international Beachtung. Seit über 15 Jahren lebt und arbeitet der Künstler mehrere Monate im Jahr in Hamburg. Mit den Aktionen Inverted Space werden Adéagbos Arbeiten erstmals einem breiten Hamburger Publikum vorgestellt. Das Projekt wird kuratiert von Sophie Goltz (Künstlerische Leitung Stadtkuratorin Hamburg) und Stephan Köhler (Kulturforum Süd-Nord e.V.).

Georges Adéagbo arbeitet mit Assemblagen und Rauminstallationen, in denen er Fundstücke unterschiedlicher Herkunft, wie Bücher, Fotos, kunsthandwerkliche Objekte, Gebrauchsgegenstände und Zeitungsausschnitte mit handschriftlichen Texten zu dreidimensionalen Erzählräumen arrangiert. Die Ausgangselemente werden durch die neuen Kontexte transformiert und entwickeln alternative Narrationen und Geschichtskonstruktionen. Mit seiner künstlerischen Praxis überschreitet Adéagbo Grenzen zwischen historischen Epochen, geografischen Distanzen, nationalen Kulturen und adressiert Themen wie religiöse und politische Konflikte, Kolonialismus, Kulturgeschichte und die Mystifizierung historischer Persönlichkeiten. Adéagbos Arbeitsweise ist immer ortsspezifisch. In Benin gesammelte und speziell angefertigte Objekte kombiniert er mit Material, das er am jeweiligen Ausstellungsort vorfindet. In der Arbeit Inverted Space werden Fundstücke aus Hamburg und Cotonou wie in Antiquariaten oder auf Flohmärkten erworbene Bücher und Objekte verwendet.

Vom 11. bis zum 15. September 2014 wird Adéagbo seine Assemblagen nomadisch in Hamburg für jeweils einen Tag an verschiedenen Orten arrangieren. Diese Orte markieren unterschiedliche politische und kulturelle Geschichten, deren historisches Erbe Adéagbo untersucht und mit persönlichen Geschichten verknüpft. Dabei entstehen neue transversale Perspektiven auch auf die Gepflogenheiten und Besonderheiten der Hansestadt und zeigen diese als kosmopolitischen Raum.

Am Montag, dem 15. September um 18 Uhr wird das Projekt in einem Künstlergespräch und Filmscreening mit Georges Adéagbo und Stephan Köhler vorgestellt. Die Veranstaltung findet in französischer und deutscher Sprache statt und wird in Kooperation mit dem Kunsthaus Hamburg realisiert. Von September 2014 bis Mai 2015 werden internationale KünstlerInnen des Projekts Stadtkuratorin Hamburg in der Reihe Stadtgespräch. Metropolitane Perspektiven ihre Arbeiten im Kunsthaus Hamburg vorstellen.

Inverted Space
Ein Projekt von Georges Adéagbo
Teil 1, 11. – 15. September 2014

Do, 11. September, 12 – 16 Uhr
Tansania Park, Wilsonstr. 64-68,
Hamburg-Jenfeld
Fr, 12. September, 12 – 16 Uhr
Universität Hamburg, Hauptgebäude,
Edmund-Siemers-Allee 1, Hamburg-Rotherbaum
Sa, 13. September, 12 – 18 Uhr
P/ART producers artfair, Phoenix Fabrikhallen, Wilstorfer Strasse 71 / Tor 2, Hamburg-Harburg
So, 14. September, 12 – 16 Uhr
Alsterwiese Schwanenwik,
bei der Einmündung zur Hohenfelder Bucht,
Außenalster, Hamburg-Hohenfelde
Mo, 15. September, 12 – 16 Uhr
Rathaus, Innenhof, Hamburg-Altstadt

Mo, 15. September, 18 Uhr
Künstlergespräch und Filmscreening
mit Georges Adéagbo und Stephan Köhler
Kunsthaus Hamburg
Klosterwall 15
20095 Hamburg

Georges Adéagbo
Der Konzeptkünstler Georges Adéagbo wurde 1942 in Cotonou (Benin) geboren.
Er lebt und arbeitet in Cotonou und Hamburg.
Nach seinem Jurastudium in Abidjan (Elfenbeinküste) und Rouen kehrte Adéagbo 1968 nach Benin zurück. Dort begann er tägliche, komplexe Installationen in seinem Hof aufzubauen, ohne dass seiner Arbeitsweise ein künstlerisches Selbstverständnis zugrunde lag. 1993 wurde ein europäischer Kurator auf Adéagbos Werk aufmerksam. Seitdem setzt er seine ortsspezifischen Installationen mit einem Team von Handwerkern in Benin um. 1999 nahm er an der Biennale von Venedig teil und erhielt für seine Installation auf dem Campo Arsenale als erster Künstler aus Afrika eine Auszeichnung. Spätestens seit 2002, als Adéagbo im Rahmen der von Okwui Enwezor kuratierten Documenta11 in Kassel eine In-Situ-Installation präsentierte, die später in modifizierter Form in die Sammlung des Museum Ludwig in Köln überging, gehört Adéagbo zu den renommiertesten Künstlern Afrikas.

Adéagbos Werk ist mit Werken in internationalen Sammlungen vertreten, u.a im Philadelphia Museum of Art, Toyota City Museum, Münchener Stadtmuseum, KIASMA Helsinki und Moderna Museet Stockholm.

Ausstellungen (Auswahl)
1997 Johannesburg Biennale 1998 São Paulo Biennale 1999 Biennale Venedig 2000 P.S.1, New York 2001 The Short Century. Von Okwui Enwezor. Museum Villa Stuck, München 2002 Documenta11, Kassel 2005 Belgique Visionnaire von Harald Szeemann. Bozar, Bruxelles 2006 Philadelphia Museum of Art 2008 Palazzo Vecchio Florenz 2009 MAK Wien; Biennale Venedig 2011 MUSAC, Leòn; ARS 11 Kiasma, Helsinki 2012 Paris Triennale; Biennale Regard Benin 2014 Moderna Museet, Stockholm; Parque Lage, Rio de Janeiro

Mehr Informationen unter www.jointadventures.org

Advertisements