10. Todestag von Laye Condé

Anku00FCndigung_Gedenkaktion_2015_Laye Condu00E9Am 7. Januar 2005 starb Laye Condé an den Folgen der zwangsweisen Vergabe von Brechmitteln im Bremer Polizeirevier in der Vahr. Verurteilt wurde für diese Tat nie jemand. Für die jahrelange Bremer Praxis der Brechmittelfolter sind viele verantwortlich: die Ärzt_innen und Polizist_innen, die diese Brechmitteleinsätze durchgeführt haben, die Bremer Justiz, die darin ein legales Beweissicherungsmittel sah und die Politik, die sich mit einer harten Linie profilieren wollte. Wie konnte diese Tötung durch staatliche Institutionen überhaupt geschehen? Wie konnte in Bremen über 13 Jahre lang und über 1000 Mal ein Beweissicherungsverfahren nahezu alltäglich angewandt werden, über das der Europäische Menschenrechtsgerichtshof schließlich 2006 urteilte, es verstoße gegen das Folterverbot? Wie konnten die zahlreichen Hinweise, dass es sich um ein stark gesundheitsgefährdendes Verfahren handelt, so beharrlich ignoriert und bestritten werden? Wieso wurden auch nach 2001, als in Hamburg Achidi John durch Brechmittel getötet worden war, weiter gewaltsam Brechmittel verabreicht?
Staatliches Handeln hat Laye Condé um sein fundamentales Recht zu leben gebracht. Damit diese Tatsache nicht in Vergessenheit gerät, setzt sich die Initiative Laye Condé in Bremen für ein sichtbares Zeichen in der Stadt ein: einen Gedenkort für Laye Condé. Außerdem veranstaltet sie am Mittwoch, den 7. Januar um 17.30 Uhr gegenüber der Kunsthalle Bremen eine Gedenkaktion zum 10. Todestag von Laye Condé.

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