Umstritten von Anfang an

walderseeAm Dienstag, 24. Februar 2015, 19:30 Uhr geht es in der Geschichtswerkstatt Eimsbüttel um Alfred Graf von Waldersee und die Niederschlagung des “Boxeraufstands” 1900/01 in China. Josef Schmid, Lehrbeauftragter der Universität Hamburg und langjähriger Mitarbeiter der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg spricht über den Generalfeldmarschall Alfred Graf von Waldersee (1832-1904) , einen konservativen preußischen Militär mit außergewöhnlichen politischen Ambitionen. Als ein führender Vertreter des Großen Generalstabs versuchte er, den Primat des Militärischen gegenüber Reichskanzler Otto von Bismarck durchzusetzen und arbeitete an dessen Sturz mit. Kaiser Wilhelm II. übertrug Waldersee im Jahr 1900 den Oberbefehl über die internationalen Kriegstruppen zur Niederschlagung des „Boxeraufstands“ in China. Dieser blutige Kolonialkrieg rief auch in Deutschland von Beginn an heftigen Widerspruch hervor, besonders seitens der Sozialdemokratie. An Waldersee, einer der Protagonisten des Präventivkrieges im Deutschen Kaiserreich, schieden sich danach immer stärker die Geister: Nationalen und internationalen Auszeichnungen standen die Vorwürfe gegenüber, ein Kriegstreiber zu sein und Verantwortung für das brutale Vorgehen alliierter Truppen gegen die chinesische Bevölkerung (Morde, Plünderungen, Vergewaltigungen) zu tragen. Die Kritik an Waldersee flammte später wiederholt auf, zuletzt in der kritischen Auseinandersetzung mit Deutschlands und Hamburgs Kolonialgeschichte.

Er erhielt 1901 von Hamburg die Ehrenbürgerwürde für seine „Tätigkeit im Interesse der Erhaltung des Weltfriedens“. Auch eine Straße ist in Hamburg – bis heute – nach ihm benannt.

Mehr Infos:

Galerie Morgenland/Geschichtswerkstatt Eimsbüttel

Dossier Waldersee des AK Hamburg Postkolonial [pdf]

2013-Antrag Hamburger Ehrenbürgerschaften stärker historisch einordnen [pdf]

2014-Kulturausschuss-Hindenburg-Waldersee [pdf]

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