Sankofa – Altona in der Karibik

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2017 jährt sich zum hundertsten Mal der Verkauf der drei dänischen Jungferninseln an die USA; die einheimische Bevölkerung wurde dabei nicht gefragt. Die drei US Virgin Islands und Dänemark begehen das Ereignis mit zahlreichen Veranstaltungen und Ausstellungen. Eine kontroverse Debatte über eine Entschuldigung Dänemarks für das Leid der versklavten Afrikaner_innen ist entbrannt und wird das Gedenkjahr prägen. Kunstschaffende und NGOs arbeiten an der Idee eines neuartigen, dekolonisierenden Dreiecks der Versöhnung. Die Veranstaltungsreihe SANKOFA – ALTONA IN DER KARIBIK nimmt noch bis September 2017 die 100-jährige Erinnerung zum Anlass, den glokalen Versklavungshandel vor Ort zu debattieren. Dabei gilt das Augenmerk insbesondere den Erinnerungskulturen in den einstigen Kolonien, wozu Expert_innen aus den US Virgin Islands, den USA, aus Dänemark, Trinidad, Ghana und Hamburg eingeladen sind.  Programm: SANKOFA – ALTONA IN DER KARIBIK

Bildungsurlaub Hamburg Postkolonial

cropped-p1030680.jpgDie Volkshochschule Hamburg bietet in Kooperation mit dem Bildungsbüro Hamburg im September 2017 den Bildungsurlaub “Auf den Spuren deutscher Kolonialherrschaft” an. Eine Woche mit vielen Exkursionen, Diskussionen und Filmen erwartet Sie und euch. Die deutsche Kolonialzeit dauerte von 1884 bis zum Ersten Weltkrieg. Die Eroberung von außer-europäischen Gebieten und die Versklavung von Menschen reichen jedoch noch weiter zurück als in die scheinbar kurze Periode während der Kaiserzeit. In Hamburg haben Kaufleute und Reedereien viel Geld mit Palmöl, Schnaps und Baumwolle verdient. Spuren der in Deutschland verdrängten Kolonialvergangenheit lassen sich noch heute finden – in den Museen, Straßen, Köpfen und Schulbüchern.

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Rundgang “Versteckte Schiffe”

Chilehaus01Kolonialismus und Widerstand – Vom Chilehaus bis zum Überseequartier: Auf einer alternativen Reise in die Geschichte der Stadt setzen wir uns mit dem Symbol des Schiffs auseinander, das eng mit Hamburg verknüpft ist. Zwischen Speicherstadt und Überseequartier besichtigen wir verschiedene Orte, die sich mit dem Motiv des Schiffs in Verbindung bringen lassen. Die versteckten Schiffe in der Stadt machen die kolonialen Verflechtungen im öffentlichen Raum sichtbar. Sie sind gleichermaßen mit der kolonialen Expansion und Versklavung als auch mit Widerstand, Befreiung und Migration verflochten. Wie nehmen wir diese Verstrickungen wahr? Auf unserer Reise in die Geschichte der Speicherstadt begleiten uns dekoloniale Kritiker_innen und karibische Denker_innen. Ihre historisch-philosophische Arbeit hilft uns, die Verbindung der Stadt Hamburg mit der Symbolik des Schiffs neu zu lesen. Sonntag, den 17. September 2017, 11 Uhr, Ort: U-Bahnstation Messberg, Eingang Chilehaus, Leitung: Tania Mancheno (Dipl. Pol.) und Andreas Schneider (Dipl. Ing.), Dauer ca. 2 Stunden, Teilnahme: 9 Euro, ermäßigt 5 Euro, Veranstalter: Arbeitskreis HAMBURG POSTKOLONIAL

Hafen- und Stadttouren 2017

hafenrundfahrt2017_banner_grDas Programm 2017 [pdf] ist fertig! Auf der Barkasse und zu Fuß: Die Hafen- und Stadttouren rund um die Themen Migration, Kolonialismus und Globalisierung starten am Sonntag, den 26. März 2017 um 11 Uhr mit dem Stadtrundgang “HafenCity zwischen kosmopolitischem Flair und kolonialen Echos”. Mehrere Initiativen begeben sich dieses Jahr wieder auf die Spuren der kolonialen Vergangenheit und der aktuellen Globalisierung. Bis Ende Oktober bieten sie über 50 Veranstaltungen an, darunter den Klassiker “Von Schatzkisten und Pfeffersäcken”. Continue reading

Konferenz und Kundgebung

manifestation-jajadiabi-212x300Remember to act! Manifestation: 19. February 2017 at 16pm in St. Pauli Hafenstraße –
Park Fiction and Conference 18. February 2017 at Centro Sociale, Sternstraße 2, from 10am to 9pm. On the 19th of February 2016 Jaja Diabi, 21 years old, comes to an early death in the
prison for pre-custody Hahnöfersand. The accusation against him: he was said to be
trading with 1,65 grams of Cannabis. A presumed suicide was diagnosed by the forensic
institute (head of the department: Klaus Püschel).
Veranstaltet von Verwandten Jaja Diabi & der Initiative in Gedenken an Jaja Diabi. Die Veranstalter*innen würden sich freuen, wenn Blumen in den Farben rot, weiß, blau oder grün niedergelegt werden. More information and programme: https://rememberjajadiabi.blackblogs.org/

Redebeitrag der Ramazan Avcı Initiative

Die Initiative zum Gedenken an Ramazan Avcı hat am 21. Dezember 2016 zu einer Kundgebung am Ranzan Avcı Platz in Hamburg aufgerufen. In ihrem Redebeitrag [pdf] sagt sie u.a.: “Eine Selbstverständlichkeit muss es werden, dass gemeinsam mit den Opferfamilien die Formen des Erinnerns und des Widerstands erarbeitet werden. Wir stehen am Anfang einer neuen Form des Widerstands an, der dazu führen wird, dass etablierte und formalisierte Formen des Erinnerns sich ändern werden. Dies wird mit einer Selbstermächtigung und Subjektwerdung der Opferfamilien einhergehen. Niemand kann den Familien ihre Angehörigen zurückholen, aber wir können helfen sie aus der ihnen zugewiesenen Objektrolle raus zu holen und ihnen eine Stimme zu geben. Dem Botschaft der Täter, dass die Opfer aus der Gesellschaft gelöscht werden sollen, können wir entgegen treten in dem wir gemeinsam mit den Opferangehörigen erklären: Wir sind hier, und wir sind Teil dieser Gesellschaft. Das Erinnern ist kein Selbstzweck, sondern unsere politische Botschaft.” In der taz nord vom 21. Dezember 2016 gibt es zudem ein Interview mit Ünal Zeran von der Initiative zum Gedenken an Ramazan Avcı.

 

Gedenken an Ramazan Avcı

Die Initiative zum Gedenken an Ramazan Avcı lädt zu einer Kundgebung ein, die am 21. Dezember 2016 um 18 Uhr am Ramazan Avcı Platz in Hamburg stattfinden wird. Am 21. Dezember 1985 wurde Ramazan Avcı zusammen mit seinem Bruder und einem Freund am Bahnhof Landwehr aus einer bekannten Skinheadkneipe heraus angegriffen. Sein Bruder und der Freund konnten in letzter Sekunde in einen Linienbus fliehen, der ebenfalls von den Nazis angegriffen wurde. Ramazan Avcı rannte auf die Fahrbahn und wurde von einem Auto erfasst und meterweit durch die Luft geschleudert. Nach dem er auf der Straße aufschlug, liefen mindestens drei Skins auf ihn zu. Ramazan Avcı wurde auf dem Boden liegend mit Baseballschlägern, Axtknüppeln und Fußtritten brutal malträtiert und verstarb am 24. Dezember an den Folgen dieser Schläge im Krankenhaus. Wenige Tage später wurde sein Sohn geboren, der nach ihm benannt wurde. Auf FSK lief kürzlich ein Interview mit Gülistan Avcı, der damaligen Partnerin des Ermordeten.

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