Stadtrundgang Wandsbek postkolonial

Schimmelmannbueste02protestAm Sonntag, den 31. März 2019 um 13 Uhr startet der Stadtrundgang Wandsbek postkolonial. Er führt vom Rathaus über den Schlossgarten zum jüdischen Friedhof Kattunbleiche: Nach heftigen öffentlichen Protesten, insbesondere der Black Community Hamburg, wurde sie nach knapp zwei Jahren verschämt abgebaut: Die Büste des Heinrich Carl Graf von Schimmelmann samt ihrer umstrittenen Texttafel. Der Bezirk Wandsbek hatte die Bronzeplastik 2006 aufgestellt. Es war ein weiterer Versuch des Ausblendens, Verdrängens und Vergessens eines unerfreulichen Aspektes der Stadtteilgeschichte. Wie funktionierte der transatlantische Handel mit versklavten Menschen, der Schimmelmann sehr reich und Wandsbek zu einem florierenden Marktplatz für Baumwolle, Schnaps und Schokolade machte? Zwischen Rathaus, Schlossgarten und dem jüdischen Friedhof Kattunbleiche stoßen wir auf weitere Zeugnisse der kolonialen Vergangenheit und gehen der Frage nach, wie heute mit ihr umgegangen wird.

Treffpunkt: vor der Christuskirche, Schlossstraße 78 (gegenüber U-Bahn/Busbahnhof Wandsbek-Markt) Dauer: ca. 2 Stunden | Teilnahme: 15 €, ermäßigt 12 €, min. 7 € Leitung: Millicent Adjei und Kathrin Treins Veranstalter: Arbeitskreis HAMBURG POSTKOLONIAL

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Qingdao und das deutsche Bier

IMG_4818Am 22. März 2019 bietet die Dozentin Ying Guo Hamburger VHS einen Kurs zur deutschen Kolonialzeit in China an: 1898 erpresste das deutsche Kaiserreich von China ein “Pachtgebiet” – die Kolonie Kiautschou mit rund 30 Millionen Menschen und der Hauptstadt Qingdao (Tsingtau). 5.000 Arbeiter errichteten dort klassizistische Verwaltungsgebäude und Jugendstilvillen. Ein Flottenstützpunkt wurde errichtet und Eisenbahnen erschlossen das Hinterland, um Kohle und Eisenerz abzutransportieren. Krieg wurde geführt, denn die Missionierung und Besetzung rief Widerstand hervor. Auch Schulen, Hotels und später eine Hochschule wurden gebaut. Und da die neuen Herren des Landes Deutsche waren, durfte auch eine Brauerei nicht fehlen. In München gewann das Bier 1906 sogar einen Preis auf einer Brauereiausstellung. Sie erhalten einen Einblick in die Kolonialzeit und erfahren den Hintergrund der deutschen Kultur in China. Weitere Informationen und Anmeldung: https://www.vhs-hamburg.de/kurs/qingdao-und-das-deutsche-bier/297028

Das Programm 2019 ist fertig!

OHNE-hafenrundfahrt2017_banner_gr2-3Auf der Barkasse, mit dem Fahrrad und zu Fuß: Die Hafen- und Stadttouren rund um die Themen Migration, Kolonialismus, National-sozialismus und Globalisierung starten am 30. und 31. März 2019. Mehrere Initiativen begeben sich dieses Jahr wieder auf die Spuren der kolonialen Vergangenheit und der aktuellen Globalisierung. Bis Ende Oktober bieten sie fast 70 Veranstaltungen an, darunter die Klassiker “Von Schatzkisten und Pfeffersäcken”, „Branntwein, Bibeln und Bananen“ sowie „Vom Kautschukballen zum Container – Kolonialwaren an der Süderelbe“.
Aber auch neue Touren sind im Programm: 1919 wurde aus Hamburgs Kolonialinstitut die Universität. Anlässlich des hundertjährigen Jubiläums gibt es am 25. Mai die Gebäudeerkundung „Echos unter der Weltkuppel – Eine postkolonial-performative Kartierung des Universitätshauptgebäudes“. Zudem bietet die KZ-Gedenkstätte Neuengamme neben den Hafenrundfahrten auch Fahrradtouren, eine Alsterkanalfahrt sowie eine Kanutour an. Continue reading

Plünderware aus chinesischen Palästen?

image004Im Februar und März 2019 werden im Zwischenraum des Museums am Rothenbaum Kulturen und Künste der Welt (MARKK) das chinesische Monumentalgemälde “Niederschlagung des Lin Shuangwen-Aufstands auf Taiwan” sowie Gefäße aus Cloisonnée-Emaille gezeigt, die in der Folge des Krieges europäischer, US-amerikanischer und japanischer Armeen gegen die Bewegung der Yihetuan (義和團 / 义和团, Verband für Gerechtigkeit und Harmonie), des sogenannten “Boxerkriegs”, nach Hamburg kamen. In dem Forschungsprojekt “Plünderware aus chinesischen Palästen?” von Dr. Susanne Knödel (Wissenschaftliche Leitung und Abteilungsleitung Asien) werden Objektbiografien erforscht und so die Spuren der Kolonialzeit in der Museumssammlung transparent gemacht. In der experimentellen Ausstellung im Zwischenraum greift das Museum Fragen heikler Provenienzen auf und lädt dazu ein über die Zukunft globaler Sammlungen in europäischen Museen zu diskutieren. U.a. am Donnertag 28. Februar 2019 um 18:30 Uhr. Mehr dazu: markk-hamburg.de
Foto: ©MARKK

Black History Month 2019

50445782_10156353748384563_2594956327562248192_nHeute startet das Programm des Black History Month in Hamburg! Es geht los mit Konzert und Party und es geht weiter mit Vorträgen, Poetry Slam und Workshops. Das Programm ist auf facebook zu finden: www.facebook.com/bhmhamburg
Elaine Thomas bietet zudem im Rahmen des Black History Month Kurse an der Hamburger Volkshochschule (VHS) an: am 16.2.2019 The Black Panthers – History, Movement & Philosophy (ab Englisch B2) und am 23.2.2019 Menschenzoo.
Jedes Jahr im Februar wird in zahlreichen Ländern der Black History Month (BHM) gefeiert. Diese Tradition geht auf das Jahr 1926 zurück, als der Historiker Carter G. Woodson eine Veranstaltungsreihe initiierte, um die breite Öffentlichkeit in den USA über Schwarze Geschichte und die kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leistungen der afro-amerikanischen Bevölkerung aufmerksam zu machen.

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