Ausstellung Ovizire ∙ Somgu

IMG_4712Die Ausstellung “Ovizire ∙ Somgu: Von woher sprechen wir?” ist noch bis zum 14. April 2019 im Museum am Rothenbaum (MARKK) zu sehen. Sie markiert den Abschluss eines einjährigen Kunst- und Forschungsprojektes, das die Künstler*innen Vitjitua Ndjiharine, Nashilongweshipwe Mushaandja, Nicola Brandt und die Historikerin Ulrike Peters in Hamburg zusammenbrachte, um ein Gespräch über die geteilte deutsch-namibische Geschichte,  das (post-) koloniale Erbe und die uneinheitliche Erinnerung an den Genozid an den Ovaherero und Nama (1904-1908) anzustoßen. Ausgangspunkt war ein Fotobestand des Museums, der größtenteils während der deutschen Kolonialzeit in Namibia durch deutsche  Wissenschaftler, Kaufleute und Militärs hergestellt wurde. Die Ausstellung präsentiert Performances, Video- und Soundinstallationen, Fotografien und Fotocollagen, die anhand des Fotobestandes gängige Narrative kolonialer Herrschaft hinterfragen und bisher unterdrückte, widerständige Geschichten erzählen. Die Verwendung der Ojtiherero- und Khoekhoegowab-Wörter  Ovizire und Somgu im Ausstellungstitel, die sich beide mit „Schatten“ übersetzen lassen, verweisen auf den Anspruch der Ausstellung, eine kritische Lesart des Fotobestandes anhand seiner Lücken und Schatten anzuregen. (Foto: © decolonizing hamburg)
Mehr dazu: markk-hamburg.de

 

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Premiere “Kaminos de leche i miel”

Kaminos-de-leche-i-miel-documentalDer Dokumentarfilm “Kaminos de leche i miel – Sephardisches Leben in Istanbul ” feiert am Freitag, den 1. Februar 2019 endlich Weltpremiere! Start ist um 19:00 Uhr im Metropolis-Kino. Der größte Teil der jüdischen Gemeinde in Istanbul sind sephardische Juden und Jüdinnen. Die Sephard*innen wurden 1492 aus Spanien vertrieben. Viele von ihnen haben über fünf Jahrhunderte in der Türkei gelebt.
Die Protagonist*innen sind alle Istanbuler*innen, ihre Sprache ist Türkisch, aber sie sprechen noch teilweise die alte spanische Sprache, die ihre Vorfahren einst aus Spanien mitbrachten. Sie erzählen über die Veränderungen von der Zeit des osmanischen Reichs bis zur türkischen Republik, über ihre Sprache und Erinnerung, über Identität, Integration, Zugehörigkeit und kulturelle Eigenständigkeit. Die Gespräche wecken ein Verständnis dafür, was für eine Minderheit die sephardischen Juden und Jüdinnen in der Türkei sind, wie eine Koexistenz über so viele Jahre hat funktionieren können und wie diese Themen letztlich von universeller Bedeutung sind. Ein Film von Ainhoa Montoya Arteabaro. Mehr dazu: ainhoafilms.org und esefarad.com

Stadtrundgang Wandsbek postkolonial

Schimmelmannbueste02protestVom Rathaus über den Schlossgarten zum jüdischen Friedhof Kattunbleiche: Nach heftigen öffentlichen Protesten, insbesondere der Black Community Hamburg, wurde sie nach knapp zwei Jahren verschämt abgebaut: Die Büste des Heinrich Carl Graf von Schimmelmann samt ihrer umstrittenen Texttafel. Der Bezirk Wandsbek hatte die Bronzeplastik 2006 aufgestellt. Es war ein weiterer Versuch des Ausblendens, Verdrängens und Vergessens eines unerfreulichen Aspektes der Stadtteilgeschichte. Wie funktionierte der transatlantische Handel mit versklavten Menschen, der Schimmelmann sehr reich und Wandsbek zu einem florierenden Marktplatz für Baumwolle, Schnaps und Schokolade machte? Zwischen Rathaus, Schlossgarten und dem jüdischen Friedhof Kattunbleiche stoßen wir auf weitere Zeugnisse der kolonialen Vergangenheit und gehen der Frage nach, wie heute mit ihr umgegangen wird.
Termin: So 21. Oktober, 13 Uhr, Treff: Christuskirche/Wandsbeker Markt, Dauer: ca. 2 Stunden, Teilnahme: 7 Euro, ermäßigt 5 Euro, Leitung: Kathrin Treins und Millicent Adjei (Vorsitzende des Afrikanischen Bildungszentrums Arca e.V.), Veranstalter: Arbeitskreis HAMBURG POSTKOLONIAL

Koloniale Echos in der HafenCity

Rundgang_Kosmopolit_Baumwall_AlternativeDer Stadtrundgang “Die HafenCity zwischen kosmopolitischem Flair und kolonialen Echos” führt vom Baumwall über die Elbphilharmonie bis zum Überseequartier. Die Tour am Sonntag, den 16. September 2018 beginnt um 17 Uhr an der U-Bahnstation Baumwall, Ausgang Elbphilharmonie. Die HafenCity möchte ein weltoffenes, internationales Flair vermitteln. Gleichzeitig stehen die Namen vieler Plätze, Straßen und Gebäude für ein eurozentristisches Weltbild. Diese rückwärtsgewandte Namensgebung in einem modernen Stadtteil vertieft die historische Trennung zwischen Norden und Süden. Sie setzt eine Art des Erinnerns und Gedenkens im öffentlichen Raum fort, die die Geschichte des Globalen Südens ignoriert und sie als »Überseehandel« verklärt.

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Stadttour: Branntwein, Bibeln und Bananen

BBBStadtrundgang zu Hamburgs Kolonialgeschichte: vom Rathaus über den Hafenrand bis zum Bismarck-Denkmal am Sonntag, den 19. August 2018 um 13 Uhr. Keine andere Stadt in Deutschland hat von der Europäischen Kolonialexpansion so stark profitiert wie Hamburg, das »Tor zur Welt«. Hamburger Kaufleute und Reedereien verdienten viel Geld mit versklavten Menschen, mit Palmöl, Schnaps und Baumwolle. Die Spuren aus der Zeit des Überseehandels und der Kolonialmetropole sind noch heute zwischen City und Hafenrand zu finden: Die Börse, Kontorhäusser, Kirchen und Denkmäler erzählen Geschichten von eurozentristischen Weltbildern, von Schnapsexporten nach Afrika, von »Deutschen Kamerunbananen« und vom Kolonialkrieg gegen die Ovaherero und Nama in »Deutsch-Südwestafrika«. Treff: Vor dem Haupteingang des Hamburger Rathauses |Dauer: 2 Std. | Teilnahme: 7/5 € | Leitung: Mina Ringel | Veranstalter: Arbeitskreis HAMBURG POSTKOLONIAL | Flyer (mit weiteren Stadt- und Hafentouren) [pdf]

Erinnerung an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân

Cover-1Die Initiative für ein Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân lädt zur Kundgebung ein: Am 18. August 2018 um 16 Uhr in der Halskestraße 72 in Hamburg-Billwerder erzählt sie gemeinsam mit Angehörigen, Überlebenden des Anschlages und Freund*innen von Châu und Lân ihre Geschichte und spannt den Bogen zu aktuellen Themen rund um Erinnerungspolitik, Flucht und Rechtsterrorismus. Mit einer buddhistischen Gebetszeremonie und einer Schweigeminute wird der Toten gedacht. Sie kamen 1980 bei einem rassistischen Brandanschlag der rechtsterroristischen “Deutschen Aktionsgruppen” ums Leben. Bringt gern Blumen mit. Es gibt wieder eine gemeinsame Anfahrt für alle, die sich nicht allein in das Gewerbegebiet aufmachen wollen: Treffpunkt ist um 15.15 Uhr vor der S-Bahn Sternschanze, um die S21 um 15.29 Uhr zu nehmen. Weitere Informationen: https://inihalskestrasse.blackblogs.org/

Altona im atlantischen Menschenhandel

objekt8a1aAm 24. Juni 2018 um 15 Uhr startet der Stadtrundgang “aus Baltimore Toback, aus Surinam Kaffee, aus Afrika Gummi”* – Altona im atlantischen Menschenhandel in der Alten Königstraße 5, vor dem Laden des Zigarrenmachers (S-Bahn Königstraße). Prächtige Elbparks, herrschaftliche Villen, repräsentative Kontorhäuser, rentable Manufakturen und einträgliche Schiffswerften gehörten zur Lebenswelt der global agierenden Kaufmänner in Altona. Wir begeben uns auf die Spuren der großbürgerlichen Kolonialhandelsherren und Menschenhändler. Wir werfen einen prüfenden Blick auf Warenströme und Handelsbilanzen, ebenso auf die Biographien zwischen hochtönenden Revolutionsideen hier und skrupellosen Geschäftspraktiken in Übersee. Wir spüren den Schicksalen derjenigen nach, die dabei versklavt und kolonisiert wurden und derjenigen, die gegen das koloniale Unrecht aufstanden.

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