Erinnern im Abseits

Halskestraße In der Nacht vom 21. auf den 22. August 1980 verüben Mitglieder der neonazistischen “Deutschen Aktionsgruppen” in der Hamburger Halskestraße in Billwerder/Moorfleet einen Brandanschlag auf ein Flüchtlingswohnheim, in dem rund 200 Menschen aus Vietnam, sogenannte Boat People untergebracht sind. Sie werfen Molotowcocktails in das Zimmer in dem der 22-jährige Ngoc Chau Nguyên und der 18-jährige Anh Lân Dô schlafen. Die beiden Flüchtlinge haben keine Chance. Einer der beiden stirbt noch am Morgen nach dem Feuer, der andere erliegt einige Tage später seinen schweren Verletzungen. Heute ist dieser Anschlag nahezu vergessen, an dem Haus, heute ein Hotel, erinnert nichts daran, dass hier zwei Menschen ermordet wurden. 34 Jahre nach dem Anschlag, lädt eine kleine Initiatve dazu ein, den Ermordeten zu gedenken: Samstag den 23.8.2014 um 14 Uhr in der Halskestrasse in Hamburg-Billwerder, S21 Station Billwerder Moorfleet, Bus 120 und 124 ab Hauptbahnhof bis Moorfleet / Halskestrasse oder gemeinsame Anreise 13.00 Uhr S-Bahn Station Sternschanze. Siehe auch Zeit Online “Die vergessenen Morde von Billbrook” und Korientation “Die ersten offiziell anerkannten rassistischen Morde seit 1945 – Gedenken an Ngoc-Chau Nguyen und Anh Lan Do.

Advertisements

Die Ankunft der vietnamesischen Boat People

anke schwarzer - cap anamur denkmal hamburgKonjunkturen und Anomalien einer exzeptionellen Flüchtlings- und Integrationspolitik: Der Kultur- und Politikwissenschaftler Kien Nghi Ha beleuchtet die Facetten eines außergewöhnlichen Diskurses, der Ende der 1970er Jahre die Aufnahme vietnamesischer Bootsflüchtlinge politisch vorbereitete und begleitete. Mit einem Denkmal an den Hamburger Landungsbrücken bedanken sich ehemalige Boat People für die Aufnahme zahlreicher vietnamesischer Flüchtlinge Ende der 1970er Jahre. Hamburg war nicht nur Heimathafen der Schiffe, die zum Teil mit der Hilfsorganisation „Cap Anamur“ im Südchinesischen Meer Leben retteten – eine Vorgehensweise, die heutzutage im Mittelmeer im Übrigen hart bestraft wird. Die Hansestadt spielte im Verbund mit der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ auch eine gewichtige Rolle, die Spenden- und Aufnahmebereitschaft der Hamburger_innen zu aktivieren. Continue reading