Qingdao und das deutsche Bier

IMG_4818Am 22. März 2019 bietet die Dozentin Ying Guo Hamburger VHS einen Kurs zur deutschen Kolonialzeit in China an: 1898 erpresste das deutsche Kaiserreich von China ein “Pachtgebiet” – die Kolonie Kiautschou mit rund 30 Millionen Menschen und der Hauptstadt Qingdao (Tsingtau). 5.000 Arbeiter errichteten dort klassizistische Verwaltungsgebäude und Jugendstilvillen. Ein Flottenstützpunkt wurde errichtet und Eisenbahnen erschlossen das Hinterland, um Kohle und Eisenerz abzutransportieren. Krieg wurde geführt, denn die Missionierung und Besetzung rief Widerstand hervor. Auch Schulen, Hotels und später eine Hochschule wurden gebaut. Und da die neuen Herren des Landes Deutsche waren, durfte auch eine Brauerei nicht fehlen. In München gewann das Bier 1906 sogar einen Preis auf einer Brauereiausstellung. Sie erhalten einen Einblick in die Kolonialzeit und erfahren den Hintergrund der deutschen Kultur in China. Weitere Informationen und Anmeldung: https://www.vhs-hamburg.de/kurs/qingdao-und-das-deutsche-bier/297028

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Plünderware aus chinesischen Palästen?

image004Im Februar und März 2019 werden im Zwischenraum des Museums am Rothenbaum Kulturen und Künste der Welt (MARKK) das chinesische Monumentalgemälde “Niederschlagung des Lin Shuangwen-Aufstands auf Taiwan” sowie Gefäße aus Cloisonnée-Emaille gezeigt, die in der Folge des Krieges europäischer, US-amerikanischer und japanischer Armeen gegen die Bewegung der Yihetuan (義和團 / 义和团, Verband für Gerechtigkeit und Harmonie), des sogenannten “Boxerkriegs”, nach Hamburg kamen. In dem Forschungsprojekt “Plünderware aus chinesischen Palästen?” von Dr. Susanne Knödel (Wissenschaftliche Leitung und Abteilungsleitung Asien) werden Objektbiografien erforscht und so die Spuren der Kolonialzeit in der Museumssammlung transparent gemacht. In der experimentellen Ausstellung im Zwischenraum greift das Museum Fragen heikler Provenienzen auf und lädt dazu ein über die Zukunft globaler Sammlungen in europäischen Museen zu diskutieren. U.a. am Donnertag 28. Februar 2019 um 18:30 Uhr. Mehr dazu: markk-hamburg.de
Foto: ©MARKK

Umstritten von Anfang an

walderseeAm Dienstag, 24. Februar 2015, 19:30 Uhr geht es in der Geschichtswerkstatt Eimsbüttel um Alfred Graf von Waldersee und die Niederschlagung des “Boxeraufstands” 1900/01 in China. Josef Schmid, Lehrbeauftragter der Universität Hamburg und langjähriger Mitarbeiter der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg spricht über den Generalfeldmarschall Alfred Graf von Waldersee (1832-1904) , einen konservativen preußischen Militär mit außergewöhnlichen politischen Ambitionen. Als ein führender Vertreter des Großen Generalstabs versuchte er, den Primat des Militärischen gegenüber Reichskanzler Otto von Bismarck durchzusetzen und arbeitete an dessen Sturz mit. Kaiser Wilhelm II. übertrug Waldersee im Jahr 1900 den Oberbefehl über die internationalen Kriegstruppen zur Niederschlagung des „Boxeraufstands“ in China. Dieser blutige Kolonialkrieg rief auch in Deutschland von Beginn an heftigen Widerspruch hervor, besonders seitens der Sozialdemokratie. Continue reading

Film “Ein Waisenhaus in China”

HY_closeup_hands2-1024x576A film project by Karen Michelsen Castañón about the daily presence of coloniality:  The point of departure for this video-essay is an engraving published 1898 in an illustrated French magazine. The image pretends to depict a scene in an orphanage run by French missionaries in China. In the caption on the back of the engraving, statistical data is enlisted to evidence the “progress” brought about by French missionary work in diminishing the infanticide rate in China, a land in which the “barbaric” practice of infanticide is purportedly habitual. FRISE, Künstlerhaus Hamburg e.V. (18./19./20. April)

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