Senatskonzept “Aufarbeitung des kolonialen Erbes” ist fertig

Der Senat hat am 8. Juli 2014 die Entwicklung eines wissenschaftlich ausgearbeiteten Erinnerungskonzeptes zur Aufarbeitung des kolonialen Erbes in Hamburg beschlossen. Dieser “Neustart in der Erinnerungskultur” bezieht die Städtepartnerschaft mit Dar es Salaam  und das NS-Kasernenensemble in Jenfeld ein. Das Konzept beantworte damit ein Ersuchen der Bürgerschaft vom Juni 2013. Das Parlament hat über das Vorgehen und die Pläne des Senats allerdings nie debattiert. Das bemängelte insbesondere Norbert Hackbusch, kulturpolitischer Sprecher der Linken-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft: “Der Senat war aufgefordert, bis Ende 2013 über erste Ergebnisse zu berichten. Das hat er versäumt und verabschiedet stattdessen jetzt ohne weitere Diskussionen ein Konzept. Das ist kein guter Stil!“ Man begrüße das Konzept zur Aufarbeitung der Kolonialgeschichte Hamburgs, wundere sich aber darüber, dass der Senat mit keinem Wort die Beteiligung zivilgesellschaftlicher AkteurInnen bei der Umsetzung des Konzepts erwähne. Hierzu habe die Bürgerschaft aber einen klaren Auftrag erteilt. „Ich finde es vollkommen unverständlich, dass hier ein postkoloniales Erinnerungskonzept vorgestellt wird, ohne die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger mit afrikanischer Einwanderungsgeschichte zu erwähnen“, kritisiert Hackbusch. „Hat der Senat vergessen, dass überhaupt erst die jahrelange Arbeit etwa der ,Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland‘ oder des ,Arbeitskreis Postkolonial‘ den Anstoß für die Aufarbeitung dieses Kapitels Hamburger Geschichte gegeben haben?“

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Majubs Reise in den Tod

MajubsReise_02-küche In der Hamburger Dokumentarfilmwoche läuft ein Film über den unbequemen Komparsen und Kolonialsoldaten Majub bin Adam Mohamed Hussein (alias Mohamed Husen) aus Dar es Salaam. “Majubs Reise” feiert am 12. April Hamburg-Premiere.  Obwohl ihr Material nur aus nationalsozialistischen Quellen stammt, gelingt es der jungen Regisseurin Eva Knopf, einen Husen zu präsentieren, der mehr ist als Kulisse, der nicht nur über das Bild huscht und den Dummen und den Diener spielt. Artikel “Mehr als ein Statist” auf Zeit Online: www.zeit.de

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