Call for Papers: Postkoloniale Erinnerungsorte

index-hhDie Forschungsstelle Hamburgs (post-)koloniales Erbe will 2017 den Sammelband “Hamburg: Deutschlands Tor zur kolonialen Welt. (Post-)koloniale Erinnerungsorte der Hansestadt” herausgeben. Vorschläge für Aufsätze in dem Sammelband nimmt die Forschungsstelle bis zum 15. April 2016 entgegengen. Weitere Informationen zur Buchidee und dem Konzept der “Erinnerungsorte” finden sich im Call for Papers der Forschungsstelle. Es werden zunächst Interessensbekundungen mit einer kurzen Projektskizze und einem kurzen Lebenslauf (jeweils max. 2 Seiten, als pdf) ersucht. Deadline für die ausgewählten Beiträge (ca. 20 Seiten) ist der 15. Oktober 2016. Die Forschungsstelle plant darüber hinaus, ausgewählte Beiträger_innen zu einem Workshop im Dezember 2016 einzuladen. Weitere Fragen und/oder Projektskizzen sollen an kim.sebastian.todzi@uni-hamburg.de geschickt werden.

Ringvorlesung Uni Hamburg

Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân

IMG_6814Auf einer Kundgebung am 22. August 2015 forderte die Initiative zum Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân erneut die Umbenennung der Hamburger Halskestraße. Dort wurden die beiden Vietnamesen Opfer eines rassistisch motivierten Brandanschlags. Dieser jährte sich im August 2015 zum 35. Mal. Der Redebeitrag der Ramazan Avci Initiative schlug auch einen Bogen zur Gegenwart: “Wenn wir heute, 35 Jahre nach den rassistischen Morden an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân hier sind, um ein würdiges Gedenken für die beiden zu fordern, dann tun wir dies nicht nur aus biographischen oder historischen Gründen.Die Gegenwart und die Zukunft können wir nicht verstehen, wenn wir die Vergangenheit nicht kennen. Das Erinnern an rassistische Morde, ist auch ein Kampf, sich die Zukunft zu bewahren und im Idealfall selbst zu bestimmen.” Damals wie heute würden Menschen ihr Lebensumfeld auf der Suche nach Schutz vor Krieg, Vertreibung, sexueller Ausbeutung und Hunger verlassen. “Damals wie heute, sitzen diese Menschen zusammengepfercht in Booten und begeben sich auf eine lebensgefährliche Flucht. Die vietnamesischen boat-people von damals sind die boat people des Mittelmeeres von heute. Damals wie heute, brennen wieder Flüchtlingsunterkünfte und es findet eine rassistische Mobilisierung statt. Continue reading

Mehr als ein Wort

P1130228Vor 100 Jahren hörte die Kolonie Deutsch-Südwestafrika auf zu existieren, die Auseinandersetzung mit den Folgen fängt erst an. Am 9. Juli 1915 kapitulierte die kaiserliche Schutztruppe vor den Soldaten unter General Luis Botha aus der Südafrikanischen Union. Diese hatte als Mitglied des britischen Empire dem Deutschen Reich den Krieg erklärt. Das Gebiet – ungefähr anderthalbmal so groß wie das deutsche Kaiserreich – wechselte den Besatzer. 1919 übertrug der Friedensvertrag von Versailles die deutsche Siedlungskolonie an die südafrikanische Verwaltung. Erst 1990 erlangte Namibia die Unabhängigkeit. Anlässlich des Jahrestags sind über 150 Vertreter aus Politik und Wissenschaft, Kirchen, Kultur und Verbänden mit dem Appell »Völkermord ist Völkermord!« an die Öffentlichkeit getreten. Unter ihnen befinden sich zahlreiche Wissenschaftler, die ehemalige Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), der erste Botschafter der DDR in Namibia, Hans-Georg Schleicher, der SPD-Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby sowie der Vorsitzende des Zentralrats der afrikanischen Gemeinde in Deutschland, Moctar Kamara. Continue reading

Gedenken mit QR-Code

Vor 100 Jahren verlor das Kaiserreich die Kolonie Deutsch-Südwestafrika, Ort des Herero-Genozids. In Hamburg wird nirgends der Opfer gedacht, obwohl man Grund dazu hätte. Mehr dazu im Artikel von Anke Schwarzer auf Zeit Online vom 8. Juli 2015. Der Hamburger Baakenhafen ist historisches Gelände. Das sollte man nicht glauben, begeht man heute das karge Gewerbegebiet gegenüber der teuren Hafencity. Wohnungen sollen hier jetzt gebaut werden. Anfang des letzten Jahrhunderts aber legten in dem Hafenbecken die Dampfschiffe der Woermann-Linie Richtung Deutsch-Südwestafrika ab. An Bord: Kaiserliche Schutztruppen, die in der Kolonie den Aufstand der Herero und Nama niederschlagen sollten. Es wurde ein Vernichtungskrieg.

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Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân

3629-288x300Die Initiative zum Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân sowie zahlreiche Organisationen fordern die Umbenennung der Hamburger Halskestraße. Dort wurden die beiden Vietnamesen Opfer eines rassistisch motivierten Brandanschlags. Dieser jährt sich im August 2015 zum 35. Mal. Verübt wurde der Anschlag auf die Flüchtlingsunterkunft in der Hamburger Halskestraße in der Nacht zum 22. August 1980 von zwei Mitgliedern der terroristischen Neonazigruppe „Deutsche Aktionsgruppen“. Bis heute erinnert in Hamburg nichts an den Tod von Đỗ Anh Lân und Nguyễn Ngọc Châu. Die ehemalige Flüchtlingsunterkunft ist inzwischen ein Hotel. Die Initiative freut sich über weitere Unterstützer_innen, die den Aufruf unterzeichnen. Außerdem fordert sie neben der Straßenumbenennung auch die entsprechende Umbenennung der Bushaltestelle am Tatort sowie eine fest installierte Gedenktafel, die die Ereignisse dokumentiert und an die beiden Opfer erinnert. “Die Taten gelten als die ersten dokumentierten rassistisch motivierten Morde nach 1945, auch wenn es sicher eine Dunkelziffer zwischen 1945 und 1980 gibt”, sagt der Politikwissenschaftler Kien Nghi Ha. Continue reading

No más esto! Nicht mehr dies!

IMG_4611Entrevista con/Interview mit Tania Mancheno in Ojalá/Hoffentlich – Revista en la Díaspora/Zeitschrift in der Diaspora: Las comunidades de diáspora en Hamburgo sugieren iniciar la revisión del pasado de la ciudad como potencia colonialista. La ciudad-estado de Hamburgo se apodera de la idea y formula unilateralmente una propuesta para la revisión-superación de la herencia colonial.
Diasporische Communitys regen in Hamburg die Aufarbeitung der Vergangenheit Hamburgs als Kolonialmacht an. Die Staat-Stadt eignet sich die Idee an, und formuliert allein ein Konzept zur Aufarbeitung des Kolonialerbes. En una mesa redonda se discutió quiénes deberían tomar parte en la realización de la propuesta de revisión y las comunidades diaspóricas querían aclarar si existía la voluntad política para ampliar y democratizar las posibilidades de participación. Ojalá/Hoffentlich – Revista en la Díaspora/Zeitschrift in der Diaspora ha hablado sobre este acto de fuerza de expropiación/apropiación por parte del gobierno hamburgués con la latinoamericana Tania Mancheno, politóloga y activista del grupo de trabajo Hamburgo postcolonial.
An einem Runden Tisch ging es darum zu diskutieren, wer an der Umsetzung des Senatspapier beteiligt sein soll, und ob es den Willen gibt, dass die Beteiligungsmöglichkeiten erweitert und demokratisiert werden. Darüber sprach Ojalá/Hoffentlich – Revista en la Díaspora/Zeitschrift in der Diaspora mit der Lateinamerikanerin Tania Mancheno, Politologin und Aktivistin vom Arbeitskreis Hamburg Postkolonial.