Interview mit Israel Kaunatijke

israelAuf Deutschlandradio Kultur spricht Israel Kaunatijke über die Verbrechen an den Herero im damaligen “Deutsch-Südwestafrika”. Im Interview erzählt der Herero von seinen beiden deutschen Großvätern, seinen namibischen Großmüttern und seiner Kindheit in der Zeit der Apartheid. Mit 17 Jahren verlässt er Namibia und lässt sich in Ägypten für den Kampf gegen das Apartheidregime ausbilden. Wir erfahren, wie Israel Kaunatijke nach Berlin gelangt ist, wo er seit vielen Jahrzehnten lebt, und wie er den Rassismus in Deutschland wahrnimmt. 2013 hat er übrigens in Hamburg an der Performance Uhuru heißt Freiheit auf dem Gelände der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne mitgewirkt. Dort steht ein “Trotha-Haus”, benannt nach dem Generalleutnant der deutschen Kolonialarmee, der vor über 110 Jahren die Vernichtung der Herero und Nama befahl. Heute dient es – ungeheuerlicherweise – als Studentenheim der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr.

 

Erinnern statt übersehen

trotha-haus

Fahrräder parken vor dem Eingang, Studenten der Bundeswehr gehen unter dem Konterfei eines Kolonialverbrechers ein und aus: Sie wohnen im Trotha-Haus, einem alten Kasernengebäude, benannt nach dem Generalleutnant der deutschen Kolonialarmee, der vor 110 Jahren die Vernichtung der Herero und Nama in Namibia, der damaligen Kolonie “Deutsch-Südwest” befahl. Das Studentenheim der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr liegt auf dem Gelände der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne im Hamburger Bezirk Wandsbek. Hier soll das Stadtquartier Jenfelder Au entstehen. Aber sollen zwischen Spielplatz und Grünanlage Kolonialverbrecher geehrt werden?
Artikel von Anke Schwarzer auf Zeit Online vom 16. April 2014 Continue reading