Neue Forschungsstelle in Hamburg

index-hhDie neue Forschungsstelle “Hamburgs (post-)koloniales Erbe/Hamburg und die frühe Globalisierung” hat ihre Arbeit aufgenommen. Sie hat mittlerweile eine Webseite und ist auf Facebook zu finden, wo man die Arbeit verfolgen sowie Medienberichte und Terminankündigungen zu globalgeschichtlichen und postkolonialen Themen (mit besonderem aber nicht ausschließlichem Fokus auf Hamburg) lesen kann. Die Forschungsstelle ist im Rahmen des Senatsvorhaben “Aufarbeitung des kolonialen Erbes Neustart in der Erinnerungskultur unter Einbeziehung der Partnerschaft mit Daressalam“ 2015 eingerichtet worden. Wissenschaftlicher Leiter ist Jürgen Zimmerer, Professor für Neuere Geschichte (Schwerpunkt Afrika) an der Universität Hamburg. Continue reading

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(K)ein Bock auf Bismarck

steinbock-bismarkEin Steinbock balanciert seit Mai auf des Reichskanzlers Glatze.  Die Wiener Künstlergruppe Steinbrener/Dempf & Huber hat das Tier im Rahmen des Hamburger Architektursommers auf das 34 Meter hohe Denkmal im Alten Elbpark gesetzt. Der Steinkoloss neigt sich etwas und soll deshalb saniert werden – für 13 Millionen Euro. Eine inhaltliche Debatte über den Umgang mit diesem Denkmal angesichts der anstehenden Sanierung bleibt leider weitgehend aus, auch wenn der Bock einige Wochen auf Bismarcks Haupt steht und für etwas Schmunzeln sorgt. Es bleibt aber allenfalls bei einer harmlosen Verhohnepielung. Im Rahmen der städtischen Aufarbeitung des kolonialen Erbes läge es nahe, sich mit Bismarcks Rolle beim Ausbau des Deutschen Reiches zur Kolonialmacht zu beschäftigen. Die Künstlerin HMJokinen thematisierte diesen Aspekt in ihrer Rede am 1. Mai 2015: “Es war Bismarck, der 1884 zur ´Afrika-Konferenz` nach Berlin einlud. Der mächtige Hamburger Kolonialkaufmann Adolph Woermann war dort sein Berater. Continue reading

De/Koloniales Hamburg

1024px-Hamburg-Rathaus-RathausmarktTania Mancheno (Politologin, Aktivistin Hamburg Postkolonial) und Jürgen Zimmerer (Prof. Afrikanische Geschichte, Universität Hamburg) haben im Januar 2015 Hamburgs Umgang mit seiner kolonialen Vergangenheit beleuchtet. Hamburg hat als erste deutsche Großstadt beschlossen, das „koloniale Erbe“ umfassend aufzuarbeiten und einen Neustart in der „deutschen Erinnerungskultur“ zu wagen. Wer ist an dem Prozess der Dekolonisierung des öffentlichen Raumes beteiligt und welche gesellschaftlichen Veränderungen bewirkt das? Die Kolonialzeit – für viele ist sie Vergangenheit, doch sie ist allgegenwärtig. Hier eine Video-Dokumentation von einem Teil der Veranstaltung „De/Koloniales Hamburg“, Stadtgespräch. Metropolitane Perspektiven, Stadtkuratorin Hamburg, 14. Januar 2015.

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“Wir brauchen einen langen Atem”

Christa Goetsch (Grüne) sprach am 22. Januar 2015 über das koloniale Erbe der Stadt und wie Hamburg ein Neustart in der Erinnerungskultur unter Einbeziehung der Partnerschaft mit Daressalam gelingen kann.
Auch Andreas Wankum (CDU) äußerte sich in der Debatte zur “Aufarbeitung des kolonialen Erbes in Hamburg”: Video

“Not about us without us!”

FasiaJansenStrBundesweite Selbstorganisationen von Menschen afrikanischer Herkunft und der Arbeitskreis Hamburg Postkolonial bieten ihre Mitarbeit an Deutschlands erstem stadtweiten Erinnerungskonzept zur Kolonialgeschichte an. Aber Hamburgs Kulturausschuss lehnte ein Gremium zur konzeptionellen und verbindlichen Zusammenarbeit ab. Der Arbeitskreis Hamburg Postkolonial, die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) und der Zentralrat der Afrikanischen Gemeinde in Deutschland erklären dazu: „Wir lehnen die Umsetzung eines einseitig erstellten Erinnerungskonzeptes ab. Es ist nicht hinnehmbar, dass weiße Perspektiven auf die geteilte Kolonialgeschichte noch immer privilegiert werden. Den Hamburger Senat und die Bürgerschaft fordern wir dazu auf, eine umfassende und gemeinsame Aufarbeitung des kolonialen Erbes zu ermöglichen.“

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Medienberichte zum Senatskonzept

1308buch-zeitung 003Die Früchte jahrelanger Debatten – so titelte die tageszeitung (taz) am 18. Juli 2014 ihren Beitrag über das neue Senatskonzept zur Aufarbeitung von Hamburgs Kolonialgeschichte. Aber ausgerechnet die Perspektive der Leidtragenden werde ausgeblendet, beklagten Verbände, schreibt die taz.  Wenige Tage zuvor, am 12. Juli 2014 titelte das Hamburger Abendblatt: “Senat will koloniales Erbe aufarbeiten – Afrikaner bleiben bislang außen vor”.  Anbei weitere Pressereaktionen zum  Senatskonzept “Aufarbeitung des Kolonialen Erbes in Hamburg”.

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