Denken was Tomorrow

Dan Thy„Und später hat sie gemerkt, dass diese Menschen durch Napalm zu Kohle geworden sind.“ Im Rahmen der Ausstellung EXIL präsentiert der freie Schauspieler und Regisseur Dan Thy Nguyen eine dramatisch-drastische Performance. Ende der Siebziger kommen die ersten Geflüchteten aus Vietnam in die Bundesrepublik. Als Boat People trieben sie auf dem Meer, in der Hoffnung gerettet zu werden. Die Familie von Dan Thy Nguyen gehört ebenfalls zu diesen Menschen. 35 Jahre später treiben Geflüchtete auf Booten im Mittelmeer und eine ganze Gesellschaft scheint in dieser Situation hilflos zu sein. In dieser Sprechperformance geht es um die persönliche Geschichte der Eltern des Künstlers, ihre Kriegserfahrungen und Flucht, aber auch um die erste Zeit in Deutschland, den Aufbau eines Lebens und Rassismus. Samstag, 23. Januar 2016 um 18.30 Uhr im Völkerkundemuseum Hamburg, Rothenbaumchaussee 64. Eintritt: VVK bis zum 22.01. € 10 | erm. € 7, AK am 23.01. € 12 | erm. € 10 (Foto: Dan Thy Nguyen)

Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân

IMG_6814Auf einer Kundgebung am 22. August 2015 forderte die Initiative zum Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân erneut die Umbenennung der Hamburger Halskestraße. Dort wurden die beiden Vietnamesen Opfer eines rassistisch motivierten Brandanschlags. Dieser jährte sich im August 2015 zum 35. Mal. Der Redebeitrag der Ramazan Avci Initiative schlug auch einen Bogen zur Gegenwart: “Wenn wir heute, 35 Jahre nach den rassistischen Morden an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân hier sind, um ein würdiges Gedenken für die beiden zu fordern, dann tun wir dies nicht nur aus biographischen oder historischen Gründen.Die Gegenwart und die Zukunft können wir nicht verstehen, wenn wir die Vergangenheit nicht kennen. Das Erinnern an rassistische Morde, ist auch ein Kampf, sich die Zukunft zu bewahren und im Idealfall selbst zu bestimmen.” Damals wie heute würden Menschen ihr Lebensumfeld auf der Suche nach Schutz vor Krieg, Vertreibung, sexueller Ausbeutung und Hunger verlassen. “Damals wie heute, sitzen diese Menschen zusammengepfercht in Booten und begeben sich auf eine lebensgefährliche Flucht. Die vietnamesischen boat-people von damals sind die boat people des Mittelmeeres von heute. Damals wie heute, brennen wieder Flüchtlingsunterkünfte und es findet eine rassistische Mobilisierung statt. Continue reading

Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân

3629-288x300Die Initiative zum Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân sowie zahlreiche Organisationen fordern die Umbenennung der Hamburger Halskestraße. Dort wurden die beiden Vietnamesen Opfer eines rassistisch motivierten Brandanschlags. Dieser jährt sich im August 2015 zum 35. Mal. Verübt wurde der Anschlag auf die Flüchtlingsunterkunft in der Hamburger Halskestraße in der Nacht zum 22. August 1980 von zwei Mitgliedern der terroristischen Neonazigruppe „Deutsche Aktionsgruppen“. Bis heute erinnert in Hamburg nichts an den Tod von Đỗ Anh Lân und Nguyễn Ngọc Châu. Die ehemalige Flüchtlingsunterkunft ist inzwischen ein Hotel. Die Initiative freut sich über weitere Unterstützer_innen, die den Aufruf unterzeichnen. Außerdem fordert sie neben der Straßenumbenennung auch die entsprechende Umbenennung der Bushaltestelle am Tatort sowie eine fest installierte Gedenktafel, die die Ereignisse dokumentiert und an die beiden Opfer erinnert. “Die Taten gelten als die ersten dokumentierten rassistisch motivierten Morde nach 1945, auch wenn es sicher eine Dunkelziffer zwischen 1945 und 1980 gibt”, sagt der Politikwissenschaftler Kien Nghi Ha. Continue reading

Erinnern im Abseits

Halskestraße In der Nacht vom 21. auf den 22. August 1980 verüben Mitglieder der neonazistischen “Deutschen Aktionsgruppen” in der Hamburger Halskestraße in Billwerder/Moorfleet einen Brandanschlag auf ein Flüchtlingswohnheim, in dem rund 200 Menschen aus Vietnam, sogenannte Boat People untergebracht sind. Sie werfen Molotowcocktails in das Zimmer in dem der 22-jährige Ngoc Chau Nguyên und der 18-jährige Anh Lân Dô schlafen. Die beiden Flüchtlinge haben keine Chance. Einer der beiden stirbt noch am Morgen nach dem Feuer, der andere erliegt einige Tage später seinen schweren Verletzungen. Heute ist dieser Anschlag nahezu vergessen, an dem Haus, heute ein Hotel, erinnert nichts daran, dass hier zwei Menschen ermordet wurden. 34 Jahre nach dem Anschlag, lädt eine kleine Initiatve dazu ein, den Ermordeten zu gedenken: Samstag den 23.8.2014 um 14 Uhr in der Halskestrasse in Hamburg-Billwerder, S21 Station Billwerder Moorfleet, Bus 120 und 124 ab Hauptbahnhof bis Moorfleet / Halskestrasse oder gemeinsame Anreise 13.00 Uhr S-Bahn Station Sternschanze. Siehe auch Zeit Online “Die vergessenen Morde von Billbrook” und Korientation “Die ersten offiziell anerkannten rassistischen Morde seit 1945 – Gedenken an Ngoc-Chau Nguyen und Anh Lan Do.

Die Ankunft der vietnamesischen Boat People

anke schwarzer - cap anamur denkmal hamburgKonjunkturen und Anomalien einer exzeptionellen Flüchtlings- und Integrationspolitik: Der Kultur- und Politikwissenschaftler Kien Nghi Ha beleuchtet die Facetten eines außergewöhnlichen Diskurses, der Ende der 1970er Jahre die Aufnahme vietnamesischer Bootsflüchtlinge politisch vorbereitete und begleitete. Mit einem Denkmal an den Hamburger Landungsbrücken bedanken sich ehemalige Boat People für die Aufnahme zahlreicher vietnamesischer Flüchtlinge Ende der 1970er Jahre. Hamburg war nicht nur Heimathafen der Schiffe, die zum Teil mit der Hilfsorganisation „Cap Anamur“ im Südchinesischen Meer Leben retteten – eine Vorgehensweise, die heutzutage im Mittelmeer im Übrigen hart bestraft wird. Die Hansestadt spielte im Verbund mit der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ auch eine gewichtige Rolle, die Spenden- und Aufnahmebereitschaft der Hamburger_innen zu aktivieren. Continue reading