Kontinuitäten des (Nicht-)Erinnerns

 d281552796Veranstaltung am 16. November 2016: Kontinuitäten des (Nicht-)Erinnerns – Konzepte und Diskussionen zu Gedenkpolitiken für Opfer rechter Gewalt in der W3. In der Veranstaltung der Beratungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Hamburg, empower, befassen sich Initiativen und Aktivist_innen zu Gendenken an Opfer rechter Gewalt mit Gedenkpolitiken und unterschiedlichen Formen des Erinnerns. Nicht zuletzt widmet sich die Veranstaltung den Brüchen und Lücken sowie der Abwehr und dem Verschweigen an rechter, rassistischer Gewalt und Formen der Nicht-Anerkennbarkeit der Betroffenen-Perspektiven.

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»Das hat mich sehr erschüttert«

jephtaInterview mit Jephta Nguherimo über den Völkermord an den Herero und Nama und koloniale Geschmacklosigkeiten in Hamburg: Der Aktivist und Forscher lebt in Washington, D.C. und ist Mitbegründer des Ovaherero/Mbanderu and Nama Genocide Institute (ONGI) in den USA. Er beteiligte sich an der Organisation der ersten transnationalen Konferenz zum deutschen Völkermord an den Ovaherero und Nama mit dem Titel »Restorative Justice after Genocide«, die Mitte Oktober 2016 in Berlin stattfand. Mehr als 50 Vertreter der Ovaherero und Nama aus Namibia, den USA, Deutschland, Kanada und Großbritannien sowie etwa 100 weitere Teilnehmer beschäftigten sich mit der aktuellen Auseinandersetzung um Entschuldigung und Entschädigung. Begleitet wurde der Kongress von Protesten, darunter ein Marsch zum Berliner Schloss samt Humboldt-Forum, dem Ort der ehemaligen Residenz des für den Völkermord von 1904 bis 1908 verantwortlichen Kaisers Wilhelm II. (Foto: privat) Continue reading

Kostenloses Seminar für Geflüchtete und andere Neu-Hamburger_innen

13161792_270467283289579_8644309787845296288_oAn zwei Wochenenden im September bietet der Volkhochschulverein Hamburg-Ost und die Volkshochschule Hamburg ein kostenloses Seminar für Geflüchtete und andere Neu-Hamburger und Hamburgerinnen mit Deutsch als Zweitsprache (Sprachniveau A2) an. Es geht um das Ankommen in Hamburg und das Kennenlernen der Stadt mit vielen Ausflügen, Stadtrundgängen, Filmen und Gesprächen. Das Seminar findet vom 2. bis 4. September und vom 9. bis 11. September 2016 im Karolinenviertel, VHS-Haus Dr. Alberto-Jonas, Karolinenstraße 35 statt. Continue reading

Manga-Bell-Weg in Ohlsdorf

Emily-Rudolf-MangaBellHamburg war mit Berlin eine der deutschen Kolonialmetropolen und besitzt neuerdings die Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe/Hamburg und die frühe Globalisierung“. Was würde eine Dekolonisierung des Hamburger Stadtraums für Ohlsdorf bedeuten? Das fragen die Willi-Bredel-Geschichtswerkschaft und der Arbeitskreis HAMBURG POSTKOLONIAL. Am 23. Juni 2016 ab 18.30 Uhr laden sie zur Veranstaltung “Warum der Woermannsweg in Manga-Bell-Weg umbenannt werden sollte” [pdf] ein. Sie beginnt mit einer Stadtteiltour rund um den Justus-Strandes-Weg und den Woermannsweg/-stieg. Außerdem steht ein „Markt der Informationen“ über deutsche Kolonialgeschichte in Kamerun, antikolonialen Widerstand und Hamburgs Dekolonisierung auf dem Programm. Continue reading

Enough is Enough – Yeter Artık

Frontpage Plakat-1Demonstration in Gedenken an Jaja Diabi und gegen Polizeigewalt, rassistische Behandlung, Kontrollen und Inhaftierung am 18. Juni 2016 um 13 Uhr ab Park Fiction. “Wir sind solidarisch mit der Familie und demonstrieren in Gedenken an Jaja Diabi, der im Alter von 21 Jahren am 19. Februar 2016 in der Haft gestorben ist. Wir sehen die Verantwortung für seinen Tod bei diesem System und seinen Vertreter_innen, denn er starb nach einer Festnahme durch die Polizei und in den Mauern der deutschen Justiz. Es muss aufhören, dass massenhaft rassistische Kontrollen durchgeführt werden, Menschen in Gefängnisse gebracht werden und gar dort sterben”, heißt es in dem Aufruf [pdf], den zahlreiche Gruppen unterstützen. Den Aufruf auf englisch, französisch, türkisch und arabisch gibt es bei Auslända conneXion.
Am 14. Januar 2016 wurde Jaja Diabi auf dem Hamburger Berg aus nichtigen Gründen und rassistischen Vorurteilen von der Polizei festgenommen. Vier Tage später, am 18. Januar, wurde er von der U-Haft an der Holstenglacis nach Hahnhöfersand verlegt. Genau einen Monat später, am 19. Februar, einen Tag vor seiner Entlassung, ist Jaja Diabi tot. Continue reading

Branntwein, Bibeln und Bananen

ladenStadtrundgang zu Hamburgs Kolonialgeschichte: vom Rathaus über den Hafenrand bis zum Bismarck-Denkmal am Freitag, 10. Juni 2016 um 16 Uhr. Keine andere Stadt in Deutschland hat von der europäischen Kolonialexpansion so stark profitiert wie Hamburg. Kaufleute und Reedereien verdienten viel Geld mit Sklaven, Palmöl, Schnaps und Baumwolle. Die Spuren aus der Zeit des Überseehandels und der Kolonialmetropole sind noch heute zwischen City und Hafenrand zu finden: Die Börse, Kontorhäuser, Kirchen und Denkmäler erzählen Geschichten von eurozentristischen Weltbildern, von Schnapsexporten nach Afrika, von “Deutschen Kamerunbananen” und vom Kolonialkrieg gegen die Herero und Nama in “Deutsch-Südwestafrika”. Der Rundgang zeigt auch, wie unreflektiert Hamburg mit seiner Kolonialvergangenheit umgeht.
Treff: vor dem Haupteingang des Hamburger Rathauses, Dauer: ca. 2 Stunden, Teilnahme: EUR 9, ermäßigt EUR 5, Leitung: Kathrin Treins, Veranstalter:  Arbeitskreis HAMBURG POSTKOLONIAL. Weitere Infos und Termine: Hafen- und Stadttouren Programm 2015 [pdf]

Kolonialwaren von der Süderelbe

hafenrundfahrt2016_bannerEinmalige Gelegenheit in diesem Jahr: Hafenrundfahrt „Vom Kautschukballen zum Container – Kolonialwaren von der Süderelbe” der Hafengruppe Hamburg am Sonntag, den 5. Juni 2016 um 15 Uhr. Die Barkasse schippert zwischen Harburger Binnenhafen, Altenwerder und Wilhelmsburg. Rund um den Harburger Binnenhafen siedelten sich im 19. Jahrhundert zahlreiche Industriebetriebe an, die sich auf die Verarbeitung kolonialer Rohstoffe wie Palmöl, Kautschuk und Elfenbein spezialisierten. Heute prägen Erdölraffinerien, Getreidesilos und Containerterminals die Landschaft zwischen Süderelbe, Köhlbrand und Reiherstieg. Die postkoloniale Hafenrundfahrt folgt den Spuren von Kolonialismus und Globalisierung und fragt nach dem Preis des Fortschritts. Continue reading