Stadttour: Branntwein, Bibeln und Bananen

BBBStadtrundgang zu Hamburgs Kolonialgeschichte: vom Rathaus über den Hafenrand bis zum Bismarck-Denkmal am Sonntag, den 23. Juni 2019 um 10 Uhr. Keine andere Stadt in Deutschland hat von der Europäischen Kolonialexpansion so stark profitiert wie Hamburg, das »Tor zur Welt«. Hamburger Kaufleute und Reedereien verdienten viel Geld mit versklavten Menschen, mit Palmöl, Schnaps und Baumwolle. Die Spuren aus der Zeit des Überseehandels und der Kolonialmetropole sind noch heute zwischen City und Hafenrand zu finden: Die Börse, Kontorhäuser, Kirchen und Denkmäler erzählen Geschichten von eurozentristischen Weltbildern, von Schnapsexporten nach Afrika, von »Deutschen Kamerunbananen« und vom Kolonialkrieg gegen die Ovaherero und Nama in »Deutsch-Südwestafrika«. Treff: Vor dem Haupteingang des Hamburger Rathauses | Dauer: 2 Std. | Teilnahme: EUR 15, ermäßigt EUR 12, min. EUR 7 | Veranstalter: Arbeitskreis HAMBURG POSTKOLONIAL | Flyer (mit weiteren Stadt- und Hafentouren) [pdf]

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Blicke in das postkoloniale Hamburg

Die reichsdeutsche Kolonialzeit dauerte von 1884 bis zum Ersten Weltkrieg. Die Eroberung von außer-europäischen Gebieten und die Versklavung von Menschen reichen jedoch noch weiter zurück als in die scheinbar kurze Periode während der Kaiserzeit. In Hamburg haben Kaufleute und Reedereien viel Geld mit Palmöl, Schnaps und Baumwolle verdient. Spuren der in Deutschland verdrängten Kolonialvergangenheit lassen sich noch heute finden – im Handel, in den Museen, Straßen, Köpfen und Schulbüchern. Nicht selten wird diese Epoche romantisch verklärt und die koloniale Gewalt verharmlost. Wie gehen der Senat, die Behörden und die Kirchen heute mit dem kolonialen Erbe um? Und was fordern Initiativen, die sich für postkoloniale Erinnerungsorte in Hamburg einsetzen? Anke Schwarzer vom Arbeitskreis Hamburg Postkolonial wird diese Fragen auf Einladung der Grünen Jugend Hamburg am Freitag, den 14. Juni 2019 beantworten und darüber berichten, warum die postkoloniale Aufarbeitung Hamburgs so wichtig ist! Weitere Infos: https://www.facebook.com/events/345875379404191/

#JusticeForMbobda

Spendenkampagne auf betterplace zur Aufklärung der Verantwortlichkeiten beim Tod von William Tonou-Mbobda am 21. April 2019 im Universitätsklinikum Hamburg UKE. Am Ostersonntag 2019 wurde der Student durch eine ärztlich nicht beaufsichtigte Zwangsfixierung durch „Sicherheitsmitarbeiter“ der UKE-Tochterfirma KLE gewaltsam getötet. Ein dazu notwendiger Beschluss der Ordnungsbehörde der Stadt Hamburg, geschweige denn ein Beschluss der zuständigen Ordungsbehörde zur Zwangsunterbringung war zum Zeitpunkt der Todesfixierung noch nicht beantragt.

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Rundgang “Versteckte Schiffe”

Chilehaus-asr-2015Der nächste Stadtrundgang “Die versteckten Schiffe der Speicherstadt – Kolonialismus und Widerstand” Vom Chilehaus bis Überseequartier findet am Sonntag, den 5. Mai 2019 statt.
Auf einer alternativen Reise in die Geschichte der Stadt setzen wir uns mit dem Symbol des  Schiffs auseinander, das eng mit Hamburg verknüpft ist. Zwischen Speicherstadt und Überseequartier besichtigen wir verschiedene Orte, die sich mit dem Motiv des Schiffs in Verbindung bringen lassen. Die versteckten Schiffe in der Stadt machen die kolonialen Verflechtungen im öffentlichen Raum sichtbar. Sie sind gleichermaßen mit der kolonialen Expansion und Versklavung als auch mit Widerstand, Befreiung und Migration verflochten. Wie nehmen wir diese Verstrickungen wahr? Auf unserer Reise in die Geschichte der Speicherstadt begleiten uns dekoloniale Kritiker*innen und karibische Denker*innen. Ihre historisch-philosophische Arbeit hilft uns, die Verbindung der Stadt Hamburg mit der Symbolik des Schiffs neu zu lesen. (Foto: asr)
Treffpunkt: U-Bahnstation Messberg, Eingang Chilehaus
Dauer: ca. 2 Stunden
Teilnahme: EUR 15, ermäßigt EUR 12, min. EUR 7
Leitung: Andreas Schneider
Veranstalter: Arbeitskreis HAMBURG POSTKOLONIAL

 

Stadtrundgang Wandsbek postkolonial

Schimmelmannbueste02protestAm Sonntag, den 31. März 2019 um 13 Uhr startet der Stadtrundgang Wandsbek postkolonial. Er führt vom Rathaus über den Schlossgarten zum jüdischen Friedhof Kattunbleiche: Nach heftigen öffentlichen Protesten, insbesondere der Black Community Hamburg, wurde sie nach knapp zwei Jahren verschämt abgebaut: Die Büste des Heinrich Carl Graf von Schimmelmann samt ihrer umstrittenen Texttafel. Der Bezirk Wandsbek hatte die Bronzeplastik 2006 aufgestellt. Es war ein weiterer Versuch des Ausblendens, Verdrängens und Vergessens eines unerfreulichen Aspektes der Stadtteilgeschichte. Wie funktionierte der transatlantische Handel mit versklavten Menschen, der Schimmelmann sehr reich und Wandsbek zu einem florierenden Marktplatz für Baumwolle, Schnaps und Schokolade machte? Zwischen Rathaus, Schlossgarten und dem jüdischen Friedhof Kattunbleiche stoßen wir auf weitere Zeugnisse der kolonialen Vergangenheit und gehen der Frage nach, wie heute mit ihr umgegangen wird.

Treffpunkt: vor der Christuskirche, Schlossstraße 78 (gegenüber U-Bahn/Busbahnhof Wandsbek-Markt) Dauer: ca. 2 Stunden | Teilnahme: 15 €, ermäßigt 12 €, min. 7 € Leitung: Millicent Adjei und Kathrin Treins Veranstalter: Arbeitskreis HAMBURG POSTKOLONIAL

Qingdao und das deutsche Bier

IMG_4818Am 22. März 2019 bietet die Dozentin Ying Guo Hamburger VHS einen Kurs zur deutschen Kolonialzeit in China an: 1898 erpresste das deutsche Kaiserreich von China ein “Pachtgebiet” – die Kolonie Kiautschou mit rund 30 Millionen Menschen und der Hauptstadt Qingdao (Tsingtau). 5.000 Arbeiter errichteten dort klassizistische Verwaltungsgebäude und Jugendstilvillen. Ein Flottenstützpunkt wurde errichtet und Eisenbahnen erschlossen das Hinterland, um Kohle und Eisenerz abzutransportieren. Krieg wurde geführt, denn die Missionierung und Besetzung rief Widerstand hervor. Auch Schulen, Hotels und später eine Hochschule wurden gebaut. Und da die neuen Herren des Landes Deutsche waren, durfte auch eine Brauerei nicht fehlen. In München gewann das Bier 1906 sogar einen Preis auf einer Brauereiausstellung. Sie erhalten einen Einblick in die Kolonialzeit und erfahren den Hintergrund der deutschen Kultur in China. Weitere Informationen und Anmeldung: https://www.vhs-hamburg.de/kurs/qingdao-und-das-deutsche-bier/297028